05 Energie

Die klimaneutrale Stadt, braucht ein grundlegend neues System für eine emissionsarme Energieversorgung. Dafür sind in Zukunft intelligente Lösungen gefragt, sodass die Erzeugung und der Verbrauch von Strom und Wärme effizient vernetzt werden können. Entdecke hier, wie die Energiewende in der Stadt möglich ist.

Wie holen wir die Energiewende in die Stadt?

Wie holen wir die Energiewende in die Stadt? Die bisherige Energiegewinnung aus fossilen Energieträgern, wie zum Beispiel Kohle, Erdöl oder Gas, ist die Hauptursache für die Klimaerwärmung. Für eine nachhaltige Zukunft müssen
wir daher unser Energiesystem vor allem in Städten auf erneuerbare, emissionsarme Energiequellen umstellen. In der grünen Stadt der Zukunft muss Energie möglichst nah am Ort des Verbrauchs produziert und effizient genutzt werden.

Durch die dichte Bebauung liegen die Verbrauchsorte von Energie für Strom, Wärme und Mobilität in der Stadt nah beieinander. Das bringt viele Vorteile mit sich. So können gemeinsame Wärmekonzepte zwischen Gewerbe- und Wohngebieten und gut vernetzte, kompakte Quartiere eine wirkungsvollere Energieinfrastruktur schaffen. Damit die richtige Energie jederzeit am richtigen Ort ankommt, hilft es, die Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie intelligent zu verknüpfen – wie geht das?

Sektorenkopplung

Erneuerbare Energiequellen wie Wind, Sonne, Geothermie, Wasserkraft und Biomasse unterliegen großen Schwankungen, da sie sowohl saisonal als auch regional nicht gleich gut verfügbar sind. Damit sie uns zuverlässig und bedarfsgerecht mit Energie versorgen können, müssen die Sektoren Strom, Wärme, Mobilität und Industrie intelligent miteinander gekoppelt werden. So können die Energieüberschüsse, die an einem Ort entstehen, den Energiemangel an einem anderen Ort ausgleichen. 

Für die Zeit, in der die Erneuerbaren zu wenig Energie liefern, kann mithilfe spezieller Technologien, wie Power-to-Gas- oder Power-to-Heat-Anlagen oder auch mit Batterien, Energie zwischengespeichert werden. 

Dass die Energie immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, dafür sorgen »intelligente« Energienetze, sogenannte »Smart Grids«. Sie wissen genau, wo viel Strom produziert wurde, wo viel gespeichert ist und wo gerade mehr gebraucht wird. So können sie die Erzeugung, die Speicherung und den Verbrauch erneuerbarer Energien intelligent aufeinander abstimmen.

Quelle: Münch (DBU)

Licht an! Finde heraus, wie die Energiewende in der Stadt funktionieren kann.

Power-to-X? – Ökostrom umwandeln und vielseitig nutzbar machen

Damit die Energie aus den Erneuerbaren auch für Heizung, Industrie und Mobilität nutzbar ist, muss der Strom umgewandelt werden. Das »X« in Power-to-X Technologien steht für die verschiedenen Energieformen, in die der Strom umgewandelt wird – das kann Wasserstoff, Gas oder Wärme sein. So kann der Ökostrom auch besser gespeichert werden – angesichts der Unzuverlässigkeit von Sonne und Wind ist das enorm wichtig!

Gut gedämmt?

Der Gebäudesektor ist in Deutschland eine der größten Baustellen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Das Heizen allein macht knapp 70% des Energieverbrauchs in Privathaushalten aus. Für ein klimaneutrales Deutschland muss dieser Verbrauch deutlich reduziert werden. 

Ein Großteil der Gebäude in Deutschland wurde vor 1977 gebaut. Durch ihre dünnen Wände, Fenster und Dächer verlieren diese Häuser rund ein Drittel der Heizwärme über die Gebäudehülle. Das führt dazu, dass ein Altbau schnell auskühlt und viel Heizenergie verschwendet wird. 

Darum ist der Sanierungsbedarf hier besonders groß. Durch Sanierungsmaßnahmen wie zum Beispiel der Wärmedämmung von Fassaden, Dach, Boden und Kellerdecke und mit gut isolierenden Fenstern kann die Wärme besser im Gebäude gehalten werden. Das schont das Klima und den Geldbeutel.

Quelle: Münch (DBU)

Je mehr Energie benötigt wird, umso schwerer das Kurbeln bis das Licht angeht.

Quelle: TULP

Die Energieberaterin

Die Modernisierung von Wohngebäuden ist aktiver Klimaschutz und sichert unsere Zukunft. Die energetische Sanierung ist zwar zunächst teuer, aber auf längere Sicht lohnt es sich auch finanziell – vor allem bei alten Ein- und Zweifamilienhäusern

Energieeffizienz

Da heutzutage meist direkt beim Bau Wärmeschutzmaßnahmen umgesetzt werden, gibt es mittlerweile Häuser – sogenannte Plusenergiehäuser – die mehr Energie erzeugen, als dessen Bewohnerinnen und Bewohner verbrauchen. Aber auch im energieeffizientesten Gebäude spielt vor allem unser Verhalten eine entscheidende Rolle.

Tipps zum sparsamen Heizen …

  • Nur die benötigten Räume angemessen heizen: in Wohnräumen reichen oft 20 °C
  • Programmierbare Thermostate regulieren die Temperatur nach Bedarf
  • Heizungsanlagen regelmäßig entlüften und durch Fachpersonal warten und energiesparend einstellen lassen
  • Möbel nicht direkt vor Heizkörper stellen
  • Langes »Kipplüften« vermeiden, lieber kurz auf Durchzug lüften

Steck dir dein persönliches Klimaziel!

Um die Klimakrise und deren Folgen zu begrenzen, müssen alle mithelfen – denn viele Einzelpersonen gemeinsam können mit ihrem Verhalten viel bewirken. Zudem hat Deutschland als reiches Land einen großen Einfluss und damit eine große Verantwortung: Pro Kopf verursachen wir mehr als doppelt so viele Treibhausgase wie der weltweite Durchschnitt.

Quelle: TULP

Schon mit einfachen Maßnahmen können wir unseren Energieverbrauch verringern.