03 Wasser

Extreme Dürren und Überschwemmungen stellen Städte vor riesige Herausforderungen. Hier erfährst du, wie Wasser die Aufenthaltsqualität in der Stadt beeinflusst, wie wir mit unserem Abwasser nachhaltig umgehen können und wie Städte zu Schwämmen werden.

Überlebenswichtig – und zerstörerisch!

Sauberes Wasser in ausreichender Menge ist für alle Lebewesen überlebenswichtig. Die Versorgung einer großen, dicht an dicht lebenden Stadtbevölkerung ist eine wahre Herkulesaufgabe! Dabei benötigen wir Menschen nicht nur Trinkwasser, sondern auch Wasser zum Saubermachen, für die Toilettenspülung, zur Bewässerung im Garten und zu wirtschaftlichen Zwecken, zum Beispiel in Kraftwerken. Frisches Wasser muss durchs Rohr zu Verbraucherinnen und Verbrauchern, benutztes Wasser in die Kläranlagen geleitet werden. Unsere Abwasserrohre transportieren aber auch oft das Regenwasser, da es auf den versiegelten Stadtflächen nicht versickern kann und so ungebremst in den Gully fließt. Damit das Versorgungssystem in der Stadt der Zukunft überhaupt noch funktionieren kann, müssen wir lernen, anders mit Wasser umzugehen

Quelle: TULP

Der Klempner

Die Rohre in unserer Kanalisation sind für gleichmäßigen Wasserdurchlauf gemacht. Durch die Klimakrise lassen wochenlange Dürren die Rohre verstopfen oder extrem starker Regen lässt die Gullys überlaufen. Ich hab‘ gehört, dafür gibt es wohl schon Lösungen, irgendwas mit Schwamm...

Ab durchs Rohr
Quelle: Münch (DBU)

Entdecke, wie gebrauchtes Wasser aufbereitet und wiederverwendet werden kann.

Aus dem Auge, aus dem Sinn? Jeden Tag »verbrauchen« wir viele Liter kostbaren Trinkwassers im Haushalt! Das Wasser geht nicht verloren, es wird lediglich verunreinigt. Wie können wir mit dem wertvollen Nass nachhaltiger umgehen?

Dusche: Leicht verschmutztes Wasser (Grauwasser) aus Waschmaschine, Dusche und Waschbecken kann aufbereitet und weiter genutzt werden.

Gartenbewässerung: Fangen wir Regenwasser zum Gießen in Tonnen und Zisternen auf, wird das Wassernetz bei Starkregen
entlastet und wir sparen in Dürrezeiten wertvolles Trinkwasser.

Betriebshof: Hier wird das Abwasser aus der Kläranlage aufgetrennt. Die Feststoffe können in Biogas umgewandelt und die Gärreste als Dünger genutzt werden. 

Gullys im Straßenraum: Spezielle Filter in Gullys können Reifenabrieb und Staub abfangen. So landen Mikroplastik und Schadstoffe nicht in umliegenden Gewässern oder im Grundwasser.

Aufbereitungsanlage: Regen oder Grauwasser kann hier durch Filterung und durch die Behandlung mit Bakterien und UV-Strahlen so gereinigt werden, dass es wiederverwendbar ist – zum Beispiel für die Gartenbewässerung, die Toilettenspülung oder zum Wäschewaschen.

Stadt am Fluss – Mut zu mehr Freiraum

Flüsse ziehen sich als kühlende und kraftvolle Lebensadern durch Landschaften und Städte. Ufer und Auen werden vom Wasser ständig neu geformt. Sie bieten vielen Tier und Pflanzenarten Lebensraum und den Menschen Platz zur Erholung – solange wir der Flussdynamik genügend Raum lassen.

Um Wohnraum zu gewinnen, werden die meisten Flussbetten heute jedoch oft in ein geradliniges, hohes Betonkorsett gezwängt und von den Auen abgeschnitten. Die kanalartig monotone Uferlinie verstärkt die Fließgeschwindigkeit und die Hochwassergefahr. Zudem bieten steile Ufer und betonierte Flussbetten kaum Lebensraum. 

Quelle: Münch (DBU)

Starte die Renaturierung und beobachte, wie sich der Fluss und seine Umgebung verändern.

Renaturierung

Wird die naturnahe Flusslandschaft durch Renaturierung wiederhergestellt, kann sich der Fluss wieder mit seiner Aue verbinden. Dadurch entstehen Raum für die natürliche, jahreszeitliche Flussdynamik, wertvolle Lebensräume für Tiere und mehr Sicherheit bei Hochwasser.

Flexibilität gewinnt – Das Konzept der Schwammstadt

Unsere Städte müssen sich an die zunehmenden Wetterextreme wie Starkregen und Hitzewellen in Zukunft besser anpassen. In unseren heutigen Städten ist der größte Teil der Fläche mit Häusern und Straßen bebaut und es gibt wenig Grün- und Wasserflächen in der Stadt, die Wasser bei Starkregen abfangen und es bei Dürre zur Kühlung bereitstellen könnten. Ziel des »Schwammstadt-Prinzips« ist es, auch in der Stadt einen möglichst natürlichen Wasserkreislauf zu ermöglichen.

Was macht eine Schwammstadt aus?

Durch zahlreiche Parks und Grünflächen, durch bepflanzte Fassaden und Dächer und mittles grobporiger Pflastersteine kann das Wasser in einer Schwammstadt bei Regen an vielen Stellen abgefangen und gespeichert werden oder im Boden versickern. Das aufgefangene Wasser kann bei Hitze wieder verdunsten; das verbessert das Stadtklima enorm. Zudem werden multifunktionale Flächen – wie Sportplätze oder Parks – bei Starkregen planmäßig überschwemmt und die Kanalisation so entlastet. Zisternen dienen als zusätzliche unterirdische Speicher für Regenwasser.

Quelle: Münch (DBU)

Vergleiche: Welche Wege nimmt das Wasser in der Natur, in einer klassisch bebauten Stadt und in der Schwammstadt?